IUF logo; clicking here returns you to the home page.
IUL
Vereinigt Lebensmittel-, Landwirtschafts- und HotelarbeitnehmerInnen weltweit


Polizeigewalt und Repressalien gegen Gewerkschafter in Westbengalen nehmen zu - IUL fordert Intervention der IAO

An die IUL Web-Site geschickt am 13-Feb-2007

Diesen Artikel an eine/n Bekannte/n weiterleiten.



Am 9. Februar hat die IUL den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes Juan Somavia aufgefordert, wegen der eskalierenden Polizeigewalt und Unterdrückung in Westbengalen, Indien, bei den Regierungsbehörden zu intervenieren. Gegen Führungskräfte des IUL-Mitgliedsverbandes PBKMS sind schwerwiegende Anklagen erhoben worden, die lange Gefängnisstrafen zur Folge haben können. Die PBKMS unterstützt Landarbeiter und Kleinbauern in der westbengalischen Gemeinde Singur, die sich gegen die Vertreibung 6000 armer Familien von 420 Hektar Ackerland wehren, wo die Tata-Gruppe, einer der mächtigen multinationalen Konzerne Indiens, eine kleine Kraftfahrzeugfabrik errichten will. Dieser Betrieb würde 2 000 Arbeitnehmer beschäftigen, wo hingegen bis zu 30 000 Menschen ihr Land und ihre Lebensgrundlagen verlieren würden, darunter Landarbeiter, Subsistenzbauern, Teilpächter, Heimarbeiter und andere ländliche Erwerbstätige, die nach dem vorgesehenen Verfahren keinerlei Entschädigung erhalten würden. Die Dorfbewohner haben bisher eine politische Instrumentalisierung des Konflikts vermeiden können und das von ihnen gegründete Ackerlandschutzkomité genießt breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Die systematische Polizeigewalt und die Massenverhaftungen dauern an, seit am 18. Dezember ein junger Dorfbewohner innerhalb des von Tata eingezäunten Bereichs ermordet wurde, wofür die Bewohner die Anwesenheit schwerbewaffneter Polizisten und Wächter der Westbengalischen Industrial Development Corporation verantwortlich machen. Am 10. Januar wurden die PBKMS-Präsidentin Anuradha Talwar und andere Mitglieder und Organisierungsbeauftragte der PBKMS in illegaler Weise und ohne Haftbefehl am Bahnhof festgenommen, als sie nach Singur reisen wollten. Weitere prominente Helfer im Kampf um Singur wurden ohne Haftbefehl von der Polizei in Kolkolta festgenommen, ehe sie nach Singur reisen konnten.

Die Unterdrückung der anhaltenden Proteste erreichte einen Höhepunkt am 4. Februar 2007, als die Polizei gegen eine Versammlung der Dorfbewohner vorging und die Teilnehmer brutal verprügelte. Mindestens 13 Personen, darunter Becharam Manna, der Organisator der Ackerlandschutzkomités Singur, wurden massiv angegriffen. Anuradha Talwar und fünf führende Mitglieder des PBKMS-Vorstands - alles Frauen - die zur Unterstützung der Dorfbewohner friedlich protestiert hatten, wurden gewaltsam festgenommen, in das Polizeifahrzeug gezerrt und mit Vergewaltigung bedroht. Alle Geschehnisse wurden von Fernsehjournalisten aufgezeichnet.

Gegen sie wurden schwerwiegende Anklagen erhoben, was sie erst erfuhren, als sie am nächsten Tag dem Gericht vorgeführt wurden. Die Anklagen lauten auf versuchten Mord, Zusammenrottung mit einer tödlichen Waffe, Angriff mit einer tödlichen Waffe und Angriff gegen einen öffentlichen Bediensteten, wofür in allen Fällen lange Gefängnisstrafen drohen. Eine Freilassung gegen Kaution wurde nur unter der Bedingung gewährt, dass sie bis zum 1. April 2007 das Gebiet nicht mehr betreten.

Die IUL hat den Generaldirektor des IAA über die schwerwiegenden Anklagen gegen die PBKMS-Führungskräfte und die grassierenden groben Rechtsverletzungen durch die westbengalischen Behörden unterrichtet, wozu auch Verletzungen des Rechts auf Vereinigungsfreiheit gehören, und das IAA dringend aufgefordert, bei der Regierung zu intervenieren, damit sie die Anklagen fallen lässt und der Unterdrückung ein Ende macht.

Ihr könnt gegen die Kriminalisierung der Unterstützung einer Gewerkschaft für den Kampf gegen Landenteignungen und Massenvertreibungen protestieren - schreibt an den Obersten Minister und Gouverneur von Westbengalen, indem ihr hier klickt.